30.09.2024 — Online-Redaktion Verlag Dashöfer. Quelle: Bertelsmann Stiftung.
Die aktuellen Reformvorschläge der Bundesregierung gehen in die richtige Richtung, legen aber den Schwerpunkt auf Arbeitsrecht und finanzielle Anreize. Wo der Gesetzgeber noch ansetzen und welchen Beitrag die Wirtschaft leisten sollte, zeigt die Studie der Bertelsmann Stiftung.
Der demografische Wandel lässt die Zahl der Menschen im Alter zwischen 55 und 70 Jahren in den nächsten Jahren erheblich sinken. Statt 18,5 Millionen Personen im Jahr 2020 werden es im Jahr 2035 nur noch 17 Millionen sein. Dabei bleibt die Zahl der Menschen, die wegen Rente, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder anderen Faktoren nicht erwerbstätig sind, unverändert bei rund 8 Millionen. Vom Rückgang sind ausschließlich die Erwerbstätigen in dieser Gruppe betroffen. Ihre Zahl geht um 1,5 Millionen bzw. 14,3 Prozent auf knapp 9 Millionen zurück. "Das ist eine paradoxe Situation", sagt Eric Thode, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung.
Angesichts des Fachkräftemangels sind wir mehr denn je auf die Arbeitskraft und Erfahrung Älterer angewiesen, doch der Anteil derjenigen, die sich früh aus dem Erwerbsleben zurückziehen, wird immer größer.
Umso wichtiger ist es daher, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die Beschäftigungspotenziale von Älteren zur Entfaltung bringen. Für eine realitätsnahe Abschätzung der Potenziale bietet der Blick zu unserem nördlichen Nachbarn Schweden Orientierung. Dort gelingt es seit langem, älteren Menschen bessere Beschäftigungsperspektiven zu bieten und sie länger im Job zu halten. Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin haben mehrere Szenarien für Deutschland durchgerechnet, die zentrale Eckwerte des schwedischen Arbeitsmarkts für Ältere auf Deutschland übertragen und dabei die Gründe berücksichtigen, warum viele nicht oder nur in geringem Umfang erwerbstätig sind. Sie kommen zu dem Schluss, dass sich bis zum Jahr 2035 die Arbeitskraft von 1,36 Millionen Vollzeittätigen mobilisieren lässt. Das gelingt, wenn insbesondere drei große Gruppen in den Blick genommen werden:
Unter den Älteren in Deutschland arbeiten 3,6 Millionen in Teilzeit. Während ein großer Teil von ihnen explizit Teilzeit arbeiten möchte (45,4 Prozent) oder unspezifische Beweggründe hat (23,1 Prozent), nennt mehr als ein Viertel (27,6 Prozent) konkrete Gründe dafür, warum eine Vollzeitbeschäftigung nicht möglich oder nicht gewünscht ist. Das sind im Wesentlichen Krankheit oder dauerhafte Erwerbsminderung, Betreuungs- und Pflegeverpflichtungen, aber auch die Tatsache, dass geeignete Vollzeitstellen nicht verfügbar sind. Mit besserer Gesundheitsvorsorge und altersgerechten Arbeitsplätzen, mehr Entlastung bei Betreuungs- und Pflegeverpflichtungen sowie finanziellen Anreizen könnten Teilzeitbeschäftigte ihre Stundenzahl aufstocken und teilweise in eine Vollzeittätigkeit wechseln. Dadurch könnte ein Plus von 450.000 Vollzeitäquivalenten erreicht werden.
6,1 Millionen Menschen beziehen eine Alters- oder Erwerbsminderungsrente. Zahlreiche Jüngere in dieser Altersgruppe leiden unter schlechter Gesundheit. So sind beispielsweise von den 60-Jährigen 41 Prozent zeitweilig oder dauerhaft erwerbsgemindert und deswegen nicht auf dem Arbeitsmarkt aktiv. Bei den Altersrentner:innen ab 65 Jahren geben dagegen drei Viertel an, gesundheitlich nicht eingeschränkt zu sein. Für sie wären finanzielle Anreize und passgenaue Arbeitsangebote geeignete Maßnahmen, die Erwerbsneigung zu erhöhen. Bei einer Angleichung der Erwerbsquote an das schwedische Vorbild könnten bis 2035 340.000 zusätzliche Vollzeitäquivalente entstehen.
Unter den Älteren gibt es 1,6 Millionen Menschen, die nicht mehr erwerbstätig sind, aber noch keine Rente beziehen, sondern ihren Lebensunterhalt aus anderen Quellen decken. Nur 3 Prozent von Ihnen suchen eine Arbeit. 11,5 Prozent sehen sich dagegen bereits im Ruhestand. Etwa genauso viele haben private Verpflichtungen, während knapp 30 Prozent Krankheit oder dauerhaft verminderte Erwerbsfähigkeit als Grund für fehlende Erwerbstätigkeit angeben. Etwa 35 Prozent in dieser Gruppe geben an, dass der Partner bzw. die Partnerin bereits eine Rente bezieht. Auch hier könnte eine Kombination aus gesundheitsfördernden Maßnahmen, Betreuungsmöglichkeiten für pflegebedürftige Angehörige und finanziellen Anreizen Voraussetzungen für eine stärkere Beteiligung am Arbeitsleben schaffen. Stiege die Erwerbsquote dieser Gruppe auf das Niveau von Schweden, ließe sich ein zusätzliches Beschäftigungsvolumen von 570.000 Vollzeitäquivalenten bis 2035 erreichen.
"Wenn Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen, können 1,36 Millionen Ältere in Zukunft zusätzlich für den Arbeitsmarkt aktiviert werden und den demografisch bedingten Rückgang nahezu ausgleichen", sagt André Schleiter, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung. "Dazu braucht es ein Bündel aus passgenauen Maßnahmen: Neben finanziellen Anreizen und arbeitsrechtlichen Erleichterungen sind auch der Ausbau der Gesundheitsvorsorge, die Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze und der Ausbau von Betreuungs- und Pflegeangeboten nötig." Schließlich müssten Weiterbildung und andere Hilfen beim Wiedereinstieg in den Job intensiviert werden. Unternehmen sollten flexiblere Arbeitszeitmodelle anbieten.
Demgegenüber hätte die derzeit diskutierte Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte ("Rente mit 63") nur einen vergleichsweise geringen Beschäftigungseffekt. "Die Simulation bis zum Jahr 2035 zeigt, dass die Abschaffung der ‚Rente mit 63‘ nur etwas mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer:innen bewegen würde, die Rente hinauszuschieben, und das im Schnitt auch nur um wenige Monate", sagt Thode. Werden dabei auch noch die Teilzeitbeschäftigten berücksichtigt, fällt das so entstehende zusätzliche Potenzial von 110.000 bis 137.000 Vollzeitäquivalenten gegenüber den anderen Ansätzen deutlich geringer aus.
Bild: Andrea Piacquadio (Pexels, Pexels Lizenz)
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